Fern, fern liegt die grüne, meist geträumte Ukraine, die ich Tag und Nacht vermisse... singt man in einem populären polnischen Trinklied. Fern ist sie aber nicht, bloß wenige Stunden Busfahrt von Krakau entfernt. Nach dem Grenzübertritt man sich um rund 20 Jahre in die Vergangenheit versetzt!
Vermisst wurde die Ukraine aber bisher in radtouristischen Katalogen. Wir wollen mit diesem Angebot diese Lücke schließen und die Schönheit der ukrainischen Landschaft für Radtouristen erschließen.
Es lohnt sich, eine Radtour durch die West-Ukraine zu unternehmen:
weil es das letzte Land Zentraleuropas ist, in dem bislang keine Radreisen angeboten wurden, obwohl es mit zahlreichen historischen Denkmälern und grandiosen Landschaften lockt.
weil die touristische Infrastruktur ausreichend ist. Nicht nur in Großstädten, sondern auch in kleineren Ortschaften gibt es neue oder renovierte Hotels mit anständigem 2-3 Sterne-Standard.
weil das Radeln durch die Ukraine durchaus leicht und einfach ist. Sogar auf den Hauptstrassen gibt es noch wenig Verkehr und die Nebenstraßen und Wege sind praktisch autofrei.
weil die Reiseformalitäten unkompliziert sind - für die Ukraine brauchen EU-Bürger kein Visum.
Also los! Für 2010 haben wir ein optimales, 10-tägiges Programm ab/bis Krakau vorbereitet, das alle landschaftlichen (Karpaten, Dnjestr-Tal) und kulturellen Höhepunkte der Westukraine (z.B. Lemberg, Czernowitz, Kamjanez-Podilskyi) verbindet. Von den Karpaten bis Podolien folgen wir dem Lauf des Flusses Dnjestr. Dort, wo die Entfernungen es ermöglichen, fahren wir zwischen den historischen Städten nur per Rad. Nur drei zusätzliche Bustransfers benötigen wir, um das Land vollständig zu besichtigen.
1. Tag (Freitag) Krakau - Ustrzyki245 km per Bus Individuelle Ankunft in Krakau. Mittags treffen wir uns in der Geschäftstelle von Bird Service in der Altstadt. Um 14.00 Uhr Abfahrt nach Ustrzyki Dolne (Städtchen an der ukrainischen Grenze), wo wir auch zu Abend essen. Für diejenigen, die keinen Morgenflug oder Nachtzug nach Krakau buchen können, empfehlen wir, einen Tag früher zu kommen und eine Extra-Übernachtung zu buchen.
2. TagTerlo - Sambirca 40 km per Rad Nach der Einreise in die Ukraine halten wir in Terlo, dem ersten Dorf nach der Grenze. Dort besteigen wir unsere Räder. Den Bachtälern folgend radeln wir durch die bunten Karpatendörfer. In Staryj Sambir erreichen wir das Tal des oberen Dnjestr. An diesem Fluß entlang kommen wir nach Sambir und quartieren uns in einem frisch renovierten Hotel am Marktplatz ein.
3. Tag Sambir - Drogobytschca 68 Km per Rad Die Landschaft ändert sich schnell - hier floss der Dnjestr früher durch riesige Sumpfgebiete. Über alte Baumalleen radeln wir nach Drogobytsch, einstmals ein Zentrum des Salzbergbaus. Obwohl die zweitgrößte im Bezirk Lemberg, wirkt diese Stadt klein und fein, eher provinziell und verschlafen. Zahlreiche Baudenkmäler lassen sich leicht mit dem Rad besichtigen. Wir quartieren uns im nagelneuem Dreisternehotel am Stadtrand ein.
4. Tag Drogobytsch - Truskawez - Dovgoluka ca 30 km per Rad Heute geht es zunächst zum großzügig ausgebauten Kurort Truskawez, der über ein Dutzend Mineralquellen verfügt. Wir radeln dann weiter durch dunkle Eichenwälder und das verschlafene Dorf Dovgoluka und entdecken "mitten in der Wildnis" den neu gebauten Komplex "Shepilska" mit Hotel, Restaurant, Swimming-pools und sogar einem kleinen Streichelzoo. Hier bleiben wir über Nacht.
5. Tag Tolstoye-Salischtschyki 250 km per Bus und ca 35 km per Rad Heute sind wir in Podolien und lernen wir eine besonders spektakuläre Landschaftsform dieser großen Region kennen: "Yar" bedeutet Schlucht und ist ein sehr tief in das Land eingeschnittener Bach- oder Flusscanyon. Wir folgen dem Lauf des Flusses Dschuryn, der an einer Stelle einen großen Wasserfall hat. Dann fahren wir vorbei an der Ruine der ehemaligen polnischen Festung Tscherwonograd und erreichen den Dnjestr, der hier auch in einem sehr tiefen "Yar" fließt. In der großen Dnjestr-Schlinge liegt "Hinterwalden" - so hieß einstmals die Siedlung der vom polnischen König eingebürgerten Sachsen, deren Name dann mit "Salischtschyki" einfach übersetzt wurde.
6. Tag Salischtschyki-Czernowitz ca 65 km per Rad Bisher wanderten wir durch das ehemalige Königreich Galizien. Jetzt sind wir im alten Grenzgebiet, wo sich die Adelsrepublik Polen, das Russische und das Osmanische Reich getroffen haben. Das Land südlich des Dnjestr, wo wir heute radeln, gehörte bis 1939 zu Rumänien, früher war es das von Maria Theresia in Österreich eingegliederte Kronland Bukowina. Die Hauptstadt Czernowitz ist eine Attraktion ohne gleichen. Seine steinernen Zeugnisse erinnern heute an das "Goldene Zeitalter" der k.u.k. Monarchie als Czernowitz die pulsierende Hauptstadt des Kronlandes war und stolz die östlichste Universität des Westens vorwies.
7. Tag Czernowitz - Chotyn - Kamjanez Podilskiy60 km Per Bus, 25-30 km per Rad Über Weindörfer und Obstbaumplantagen gelangen wir zurück ins Dnjestr-Tal. Hier in Chotyn ragt auf dem Felsen hoch über dem aufgestauten Fluss ein Schloss auf, das über Jahrhunderte die polnisch-türkische Grenze befestigt hat. Nachmittags erreichen wir unser letztes Ziel: Kamjanez Podilskyj, eine der ältesten Städte in der Ukraine. Wir bewundern wir in voller Pracht die strategisch außergewöhnliche Lage dieser Stadt. Der Fluss Smotrych mäandert hier ca. 60 m tief eingeschnitten in den Kalkstein der podolischen Platte. Eine dieser Mäander umschließt einen großen Berg, auf dem mit schweren Befestigungsmauern die Altstadt errichtet wurde. Der Zugang zu dieser strategisch so günstig liegenden Stadt wurde zusätzlich durch den Bau einer Festung gesichert. Wir quartieren uns in einem zum guten Hotel umgebauten Erholungsheim.
8. Tag Kamjanez Podilskiy - Lemberg280 km per Bus, 15-20 Km per Rad Heute geht es mit dem Bus nach Lemberg. Die wichtigste Stadt der Westukraine, ehemalige Hauptstadt Galiziens mit unzähligen Kulturdenkmälern, werden wir erst am Ende unserer Tour besichtigen. Wir radeln noch mal kurz durch die ausgedehnten Grünanlagen der Stadt, besichtigen die Altstadt und quartieren uns im zentral gelegenen Hotel "Dnister" ein.
9. Tag Lemberg - Krakau 320 km per Bus Vormittags bleibt noch genug Zeit zur freien Verfügung für individuelle Entdeckungen und einen Stadtbummel. Nachmittags treten wir die Rückfahrt an und sind - je nach Dauer der Grenzabfertigung - am frühen oder späten Abend wieder in Krakau, wo wir die letzte Nacht verbringen.
10. Tag (Sonntag) Abfahrt aus Krakau oder Teilnahme an einer anderen Bird Service Rad- oder Wandertour.
Reiseprofil
Leichte bis mittelschwere Radtour. In den Karpaten folgen wir den Bachtälern, dann geht es durch das flache Dnjestr-Tal und Podolien, das auch recht flach bis leicht hügelig ist. Lediglich beim Durchqueren von Flussschluchten müssen wir einige Male Höhenunterschiede von 50-100 m überwinden.
Unterkunft und Verpflegung Das einzige Hotel in Salischtschyki ist spartanisch, jedoch verfügen alle Zimmer über DU/WC. Ansonsten buchen wir die bestmöglichen Unterkünfte vor Ort in gutem Zwei- bis Dreisternestandard, nicht selten sind die Häuser neu und modern.
Weil es in den Dörfer keine Dorfschenken oder Imbissstuben gibt, bieten wir die Reise mit Vollpension an: Frühstück, Picknicklunch unterwegs und warmes Abendessen. Nur am letzten Abend in Krakau lassen wir unsere Gäste sich individuell verpflegen, weil die Ankunft bei längere Grenzkontrollen recht spät erfolgen kann.